@coustics und Publikum werden zu einem Team

Im Märchen wie im Stöffel-Park geht die magische Wirkung mit der Zahl „drei” einher. „@coustics – die feine Herrenband” hat nun in Enspel an drei Abenden hintereinander ihre „etwas andere Weihnachtsgeschichte” in der Alten Schmiede präsentiert – immer vor vollem Haus mit je rund 140 Gästen. Seit 2013 treten die Musiker in der Adventszeit im Stöffel auf – seit drei Jahren sogar an drei Abenden, ihren Fans zuliebe.

Und, um mal exklusiv für den Samstag zu sprechen, da wetteiferten das Publikum und die vier Musiker um die Vorherrschaft der guten Laune, des Temperaments und der lautstarken Äußerungen. Wer hier wen mehr anfeuerte? Keine Ahnung!

Die Band lieferte einen Spaß, der Musikalität und Freude umfasste, der Wahrhaftes mit Fantasie ausgeschmückte und ab und an auch ganz tief ins Herz traf.

Die @coustics sind Bernd Gudernatsch (Gesang, Cajon, Percussion), Stefan Bender (Akustischer Bass, Gesang), Eddi Stinner (Gesang, Gitarre, Trompete, Banjo…), und seit 2016 gehört Bruno Kötting (Gesang, Akkordeon, Gitarre) dazu.

Der Kontakt ist gleich hergestellt

Mit dem Stück „Zigeunerjunge” (Alexandra) ziehen die Musiker in die Schmiede ein, in diesem Jahr ohne Begleiter, sie sind ihre eigenen Erzähler.

Bernd übernimmt die Rolle des Moderators, der gleich das 10-jährige Bandjubiläum erwähnt.  „Falls Sie jetzt kein Geschenk dabei haben…” –  ein „Ohh” ist aus dem Publikum zu hören – „Sie sind uns Geschenk genug!” – „Aaahh!!!”

Gut gelaunt geht es weiter mit „On the wings of a nightingale”. Infos zu den Songs gibt Bernd Gudernatsch.  Oft schafft er es, mit wenigen Worten eine kleine Geschichte draus zu machen, die der Liedauswahl einen besonderen Sinn zu verleihen scheint. Manches spricht natürlich auch für sich wie „It’s a kind of magic”. Dass hinter der munteren Musik  mehr steckt als Spielfreude, ist auch zwischen den Zeilen herauszuhören und gibt dem Konzert Tiefe.

Viele ihrer Interpretationen sind ein Knaller. Der Titel „Nothing ever happens” etwa, den Bernd 1989 so gerne hörte, wird heute von ihm wohl besser gesungen als Del Amitri selbst es schaffte. Vielleicht ist das der Lebenserfahrung geschuldet, das Altern hat halt nicht nur Nachteile.

Ein Titel  fällt aus dem Rahmen:  „Highway to hell”. Er ist extra dem Stöffel-Team um Martin Rudolph gewidmet, für das Bernd warme Worte findet. Es wird deutlich: Hier fühlen sich die (Lebens-)künstler wohl und gut umsorgt. Und die Mitarbeiter bekommen obendrein einen Applaus vom Publikum.

Weihnachten wie es früher war

Zwischendurch werden persönliche Erinnerungen mit den Besuchern geteilt. Bernd erzählt von seiner Kindheit ohne „viel Geld”, die aber offensichtlich nicht arm war an Freuden und Mitmenschlichkeit. Nur bei den Geschenken mussten die Kinder auf Oma und Tante setzen.

Eddi hingegen serviert eine Internet-Krippengeschichte mit dem heiligen Batman, die heftiges Kichern hervorruft. Der Mann mit der rauen Stimme fügt gleich Billy Idols „Rebel Yell” an. Und ein besonderer Hinhorcher ist Eddis Weihnachtslied aus eigener Feder, in dem er erzählt, wie Weihnachten war, „wie mir noch Schisser waren”. Er bietet es solo dar und in seiner Muttersprache – durch das Platt wird es richtig einmalig. 

Heftig attackiert wird das Gefühlsleben, als Bruno die Leinwand bespielt. 23 Jahre lang hat er mitgefilmt, wenn seine Kinder zu Heiligabend in das mit dem Tannenbaum geschmückte Wohnzimmer eintraten. Seine Drei-Minuten-Fassung (Achtung: magische drei!) verwandelt jeden Gefühlspanzer zu Glibbersoße. Spätestens jetzt weiß jeder wieder, warum das Weihnachtsfest so wichtig ist. Brunos Stimme steht auch ab und an im Vordergrund: etwa bei „Ride like a wind”. 

Die schöne, handgemachte Musik bietet Gaudi – wenn Eddi „Merry Christmas allerseits” (Udo Jürgens) singt und der Backgroundgesang der anderen wie ein Schlumpfensemble ertönt.

Sie bietet gute Unterhaltung wie bei „Fernando” (ABBA), wenn das Publikum mitsingt, das zum Klatschen übrigens nicht erst aufgefordert werden muss. Und sie bietet Abwechslung: Ein bisschen Stones und AC/DC ist mit im Gepäck, ein Bee-Gees-Medley und eine eigenwillige Techno-Adaption, bei dem das Publikum regelrecht tobt und rast. Magische drei Stunden (samt Pause) vergehen wie im Traum. Dann wird noch zusammen „Stille Nacht” gesungen und es wird Zeit für den Heimritt. Noch nicht aus der Tür raus, dreht sich das Gespräch der Besucher aber schon hier und da ums nächste Mal …

Jetzt schon Karten für 2019 vorbestellen

Die Zuhörer haben bereits die Möglichkeiten genutzt und Karten für eins der drei @coustics-Konzerte in Enspel im Jahr 2019 (Freitag bis Sonntag, 6., 7., 8. Dezember) vorbestellt. Der Samstag ist bereits „ausverkauft”! Es gibt noch Karten für Freitag und Sonntag – einfach eine E-Mail an info@stoeffelpark.de senden.

Die Band und ihr Herz für Seniorenheime

Die Musiker von @coustics (aus der Gegend um Herdorf) haben sich vor zehn Jahren bei einem Benefizkonzert kennengelernt – und heute geben sie wieder gerne welche, nämlich in Seniorenheimen. Hier den älteren Menschen Musik aus ihrer Jugendzeit vorzuspielen, das ist so etwas wie eine kleine Mission für die feine Herrenband geworden. Es ist erstaunlich, wie dann mitgesungen wird und auch demente Menschen aufblühen, erzählt Bernd. Selbst Pfleger seien oft total erstaunt. Das sagt auch etwas über die vier Menschen hinter den Mikrofonen aus und über die enorme Bandbreite ihres Repertoires!

Seniorenheime, die an einem @coustics-Auftritt Interesse haben, können sich übrigens bei den Musikern melden. Mehr Infos und Kontakt über das Internet

 (Text und Fotos: Tatjana Steindorf)