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Vor 25 Millionen Jahren sah der heutige Westerwald ganz anders aus: Vulkane prägten die Landschaft, immer wieder bebte die Erde. Das Klima war warm und feucht, Zypressen gediehen prächtig und am damaligen „Stöffel-See“ lebten Kroko-dile und Schildkröten. Kaulquappen mit einer Länge von 20 Zentimeter waren keine Seltenheit. Riesige Frösche quakten am Seeufer und im Gebüsch lauerte der Flussjäger, ein kleines, otterartiges Raub-tier. Ein besonders seltsam anmutendes Wesen wurde Millionen Jahre später berühmt: Die „Stöffel-Maus”. Es war der weltweit erste vollständig erhaltene Fund einer 25 Millionen Jahre alten Flugmaus der Gattung Eomys quercyi. Durch den Basaltabbau am Stöffel tauchten die Sedimente des vor 25 Millionen Jahren durch einfließende Lava verschütteten, zwei Quadratkilometer großen „Stöffel-Sees“ wieder auf, und mit ihnen eine Fülle von Fossilien, die eindrucksvoll Zeugnis vom Leben im Tertiär ablegen. |
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Im Laufe der Forschungsgrabungen er-brachte die Fossillagerstätte eine Vielzahl wissenschaftlich wichtiger und auch sehr schöner Funde. Seit 1990 finden jedes Jahr im Sommer, unter der Verantwortung der GDKE*, wissenschaftliche Grabungen im Stöffel-Park statt. Unter fachkundiger Leitung wird der Ölschiefer abgebaut und mit Messern in dünne Lagen gespalten. Die dabei gefundenen Fossilien werden zunächst in Wasser aufbewahrt, um sie vor Austrocknung zu schützen. Die fach-gerechte Präparation und genaue Bestim-mung wird in Mainz durchgeführt. Bis heute wurden unter anderem mehrere Stöffel-Mäuse, Frösche, Krokodilzähne, ein Pfeif-hase, Fische, Kaulquappen, Insekten und Blätter sowie Samen verschiedener Baum- und Straucharten gefunden.
Im neu entstehenden Erlebniszentrum "Grabungen" können dann die Parkbe-sucher genau verfolgen, wie die wertvol-len Funde präpariert werden. Im zukünf-tigen Erlebnisraum "Tertiär" werden sie zu einer einzigartigen Sammlung zusammen-getragen.
*GDKE = Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Direktion Archäologie / Erdgeschichte aus Mainz |